Was geht in Frankfurt? [Vorschau SGE – HSV 2015/16]

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“Nach dem Sieg und dem guten Auftreten gegen zugegebenermaßen schwache Gladbacher, gilt es nun morgen gegen die Eintracht aus Frankfurt nachzulegen” lauteten meine Eingangsworte zur Vorschau des Hinspieles und irgendwie treffen sie auch vor der Partie am Freitagabend in Frankfurt den Nagel auf den Kopf.

Die Energieleistung mit der die Fohlenelf nach anfänglich schwachem und von Pfiffen begleiteten Spiel aus dem Volksparkstadion gelaufen und gekämpft wurde gilt es auch im “Frankfurter Waldstadion” wieder auf den Platz zu bringen. Mit dem Sieg im Heimspiel hat man sich ein wenig Luft verschafft. Mit einem Sieg gegen die schwächelnde Veh-Elf könnte man sich der direkten Abstiegssorgen schon fast entledigen.

Die HSV Bilanz gegen und bei Eintracht Frankfurt

Die HSV Bilanz gegen und bei Eintracht Frankfurt

Es geht also wieder einmal um die Big Points und in diesen Situationen versagt der HSV ja gerne einmal. Drei Spiele hintereinander ohne Niederlage, das hat beim HSV durchaus Seltenheitswert bekommen. Zuletzt gelang dieses ‘Kunststück’ unter Bruno Labbadia in der Vorrunde mit den Partien in Darmstadt (1:1), gegen Dortmund (3:1) und bei Werder (3:1). Auswärts in Frankfurt verlor der HSV in den letzten 10 Jahren lediglich 2 Spiele, erzielte in den letzten drei Jahren allerdings auch nur ein mageres Unentschieden. Insgesamt sind die Hessen gegen den Hamburger SV seit sieben Spielen ungeschlagen, unter ihrem Trainer Armin Veh seit 5 Spielen (2 Sieg, 3 Remis).

Der letzte Auswärtssieg des HSV datiert vom 28.08.2010 als der HSV durch Tore von Mathijsen, van Nistelrooy und Guerrero einen 1:0 Rückstand in ein 3:1 umwandeln konnte. Gojko Kacar wird sich erinnern, bekam er kurz nach seiner Einwechslung doch den Siegtreffer noch auf dem Feld mit. Damals spielte der HSV mit: F. Rost – Demel, M. Jansen, Mathijsen, Westermann – Zé Roberto, Elia (60. Trochowski), Jarolim, Pitroipa (87. Kacar) – Guerrero (90.+1 Rincón), van Nistelrooy

Die letzten 10 Bundesligapiele des HSV bei Eintracht Frankfurt aus HSV Sicht:

  • 1:2 (1:1) [2014/15]
  • 2:2 (1:1) [2013/14]
  • 2:3 (1:2) [2012/13]
  • 3:1 (1:0) [2010/11]
  • 1:1 (1:1) [2009/10]
  • 3:2 (1:0) [2008/09]
  • 1:2 (0:1) [2007/08]
  • 2:2 (0:0) [2006/07]
  • 2:1 (1:1) [2005/06]
  • 3:2 (1:0) [2003/04]

Die Hamburger, die personell bis auf Gregoritsch wieder aus dem Vollen schöpfen können treffen in Frankfurt auf eine ganze Reihe alter Bekannter. Heribert Bruchhagen war in den 90ern Manager des Hamburger SV. Nicolai Müller spielte in seiner Jugendzeit für die Frankfurter. Eintracht Neuzugang Änis Ben-Hatira absolvierte 29 Bundesliga-Spiele für die Hanseaten bevor er zur Hertha nach Berlin wechselte. Und dann ist da ja noch Top-Torjäger Alex Meier, der in seiner Jugend für die Hamburger kickte und immer für einen Treffer gegen seinen alten Verein gut ist.

So könnten sie spielen:

Hamburger SV:
Adler – Diekmeier, Djourou, Spahic, Sakai – Kacar, Holtby – Drmic, Hunt, Müller – Lasogga
Bank: Drobny, Cleber, Ekdal, Ilicevic, Jung, Ostrzolek, Rudnevs
Trainer: Bruno Labbadia

Eintracht Frankfurt:
Hradecky – Regäsel, Zambrano, Abraham, Hasebe – Stendera, Russ – Aigner, Fabian, Huszti – Meier
Trainer: Armin Veh

Schiedsrichter: Wolfgang Stark

Mit dem 46jährigen Bankkaufmann aus Ergolding pfeift morgen seine 312. Bundesligapartie und gehört damit zu den Urgesteinen der Liga. Insgesamt wird es am Freitag die 48. HSV Begegnung die Stark pfeift und die vierte zwischen den Hamburgern und den Frankfurtern (bisherige Bilanz: 1 Sieg, 1 Unentschieden, 1 Niederlage), In den bisherigen 23 Auswärtspartien des HSV unter seiner Leitung zeigte sich Wolfgang Stark recht farbenfroh. Er verteilte dabei 54 mal Gelb, 1 mal Gelb-Rot und 3 mal Rot für die Hanseaten.


Bruno Labbadia freut sich auf das Flutlichtspiel und weiß, dass “es ein Fight wird. Frankfurt wird uns viel abverlangen”, will sich aber in erster Linie “auf uns” verlassen und nicht nach dem Gegner schielen.

Für Frankfurts Trainer Armin Veh ist es ein wichtiges Spiel, aber kein Schicksalsspiel. “Man muss seine Heimspiele gewinnen. Es ist kein Schicksalsspiel […] Schicksal ist etwas anderes.”

Den HSV sieht Veh wesentlich stabiler, gerade auswärts, da sie das Spiel nicht selber gestalten müssen. “Wir dürfen nicht zu ungeduldig werden” und zu offen, wie dies gegen Köln der Fall war, als man die Ordnung verlor. Aus diesem Grunde wurden in Frankfurt in dieser ‘kurzen’ Woche auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit Standards defensiv geübt.

So gesehen wird es auch für den HSV darauf ankommen, sich nicht aus der Reserve locken zu lassen, die Geduld zu bewahren und auf seine Chance(n) zu lauern um am Ende nicht mit leeren Händen nach Hamburg zurückfahren zu müssen. Es wird wohl wieder auf einen biederen Abnutzungskampf hinauslaufen, in dem der HSV wieder alles in die Waagschale werfen und 120% geben muss. Hoffen wir, dass dies gelingen wird.


Die Pressekonferenz von Armin Veh vor dem Spiel

Die Pressekonferenz von Bruno Labbadia vor dem Spiel


3 Kommentare

  1. ky

    “Es wird wohl wieder auf einen biederen Abnutzungskampf hinauslaufen, in dem der HSV wieder alles in die Waagschale werfen und 120% geben muss. Hoffen wir, dass dies gelingen wird.”
    —-
    Dieses Fazit ist leider genau das, was zu erwarten steht, mangels Spielkultur werden nur Laufstärke, Kampfkraft, Einsatz und Teamgeist helfen, 1 oder 3 Punkte zu holen. Allerdings hatte unsere Laufmannschaft seit Sonntag 17.15h nur 4 Tage zur Regeneration – ich bin skeptisch…

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Kämpfen, laufen, grätschen und die Keule rausholen…mehr ist nicht drin, weniger darf es aber auch nicht sein…solange man sieht, dass die Jungs sich den Allerwertesten aufreissen, ist alles okay für den Moment…alles gegeben und doch verloren. Kann ich mit leben, war Anfang der 70er nicht anders und bei Pauli auch nie.

      Platz 5 gilt ja erst in 7-10 Jahren ;-)

  2. ky

    Genau dieses “feine” Gespür hat ja das Hamburger Publikum, anzuerkennen, wenn wie im Leitbild vom Vfl Bochum verankert, gebissen und gerackert wird.
    Von daher würde es hier eine junge, hungrige Mannschaft durchaus leichter haben, das Publikum für sich einzunehmen. Aber hier wird schon wieder Neven Subtic von Peter Knäbel kommentiert…

    Hirzel
    Halstenberg (von Pauli…jetzt Leipzig) Tah – Cleber – Sakai
    Holtby – Jung
    Müller – Diaz
    Gregoritsch-Rudnevs.

    Ohne Adler, Drobny, Diekmeier, Ostrzolek, Spahic, Kacar, Hunt, Ilicevic, Lasogga, Drmic…
    Bedeutet Ersparnis von 20 Mio. Kaderkosten, p.a. Unterchied im Tabellenplatz? Keiner. Perspektive? Deutlich besser. Warum nicht? Weil Didi/PK…
    Aber in 7-10 Jahren hat Didi dann auch mit 20 Mio. Gehalt hoffentlich seine Schäfchen im Trockenen…

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