Wir brauchen Kerle und keine “Heulsusen”! – Maxi Beister geht!?

Hammer: #HSV sortiert Maxi #Beister aus. twitterte Marcus Scholz gestern Abend mit einem Verweis auf den gerade erschienen Matz Ab Blog vom 6. Juni und löste damit hektische Betriebsamkeit aus, denn diese Information hatte er bis dahin exklusiv.

Wie üblich verbreitete sich diese Meldung in Windeseile im Netz, löste ein Welle der Entrüstung sowie eine Welle der Symphatiekundgebungen für Maximilian Beister aus. der Shit-Storm nahm zwischenzeitlichh dermaßen bedrohliche Ausmaße an, dass sich Daniel Jovanov gar genötigt sah, seinen Beister Tweet zu löschen, weil Leute bedroht wurden. Nun dieser Wahnsinn soll hier nicht mein Thema sein.

Thema ist vielmehr zunächst, woher die Informationen von Marcus Scholz stammen und warum ausgerechnet er an diese Informationen kam und nicht die sonst immer wesentlich besser informierten Kollegen von der Bild. Ist ihm das aus der Führungsetage gesteckt worden? Hat es ihm gar ein gefrusteter Beister gesteckt? Ist Beister unter Umständen einer von den “Fünfen” die sich laut Marcus Scholz alias Scholle über Behrami “ausgeweint” haben?

Die Vermutung liegt nahe, dass die Informationen irgendwo aus dem Umfeld der U23 kommen. Hier finden sich schließlich die Neuen, die schon mal “abgebürstet” werden, wenn sie zuerst zu den Profis kommen und zu eben jenen Spielern hat Marcus Scholz auch einen besonderen Draht, wie daran zu erkennen ist, dass ER die “Jungs” immer für die Matz Ab Live Sendungen “organisiert” hat.

Doch zurück zu Beister. Eine offizielle Stellungnahme seitens des Vereins gibt es noch nicht. Während Maxi Beister gestern abend die Presse angeblich an den HSV verwiesen hat, machte die BILD allerdings um kurz nach Mitternacht bereits mit der Schlagzeile: “Das macht mich traurig, der HSV in doch mein Verein” auf (inzwischen hat man das heute früh nach 8 Uhr korrigiert und das “in” durch ein “ist” ersetzt).

“Ich habe so hart für mein Comeback gearbeitet und wollte eigentlich nächstes Jahr wieder richtig durchstarten. Schade, dass es dazu nicht kommen soll. Sportlich habe ich mir nichts vorzuwerfen. Ich wurde nicht berücksichtigt.”

heult sich Beister dort angeblich aus.

Andere, wie Daniel Jovanov wussten plötzlich von Verfehlungen Beisters zu berichten:

Maxi Beister soll sich beim Spiel gegen den VfB Stuttgart im Vereinsheim des Ochtmisser SV über die Tore des VfB gefreut haben. Sagt alles.

Der Tweet ist inzwischen gelöscht (s.o.).

An all diesen Vermutungen, Unterstellungen und Schlammschlachten will ich mich nicht beteiligen. Was die beabsichtigte Trennung von Maximilian Beister jedoch anbelangt, halte ich die Entscheidung für richtig und konsequent. Wenngleich ich der Meinung bin, dass auch von HSV Seite in dieser Causa genügend Fehler gemacht wurden, die zu dieser Situation beigetragen haben.

Meiner persönlichen Einschätzung nach ist Beister nach seiner Verletzung nie wieder der Alte geworden und hat es auch an der nötigen Einstellung vermissen lassen. Doch schauen wir mal auf ein paar Zahlen aus Beisters Profikarriere.

Maxi Beister – “Karriere” in Zahlen

HSV Bundesliga
Saison 09/10 2 Spiele (2min/8min)
Saison 12/13 23 Spiele 5 x über 90 Minuten 3 Tore
Saison 13/14 16 Spiele 7 x über 90 Minuten 5 Tore (Kreuzbandriss)
Saison 14/15 5 Spiele (74 Einsatzminuten)
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Fortuna Düsseldorf 2. Liga
saison 10/11 26 Spiele 7 Tore
Saison 11/12 33 Spiele 11 Tore
———–
HSV Regionalliga
Saison 08/09 17 Spiele 2 Tore
Saison 09/10 24 Spiele 9 Tore
Saison 14/15 5 Spiele 2 Tore (394 Einsatzminuten)

Zum Vergleich: Der 21jährige Ahmet Arslan aus der U23 erzielte in der Saison 2014/15 in 32 Spielen 19 Tore und gab zudem 11 Vorlagen, die zu Toren führten.

Die nackten Zahlen jedenfalls sprechen nicht dafür, dass es sich bei diesem Spieler im Alter von 24 Jahren um einen Überflieger handeln würde, für den viele Maxi Beister ja halten.

Warum identifiziert sich also der gemeine HSV-Fan so sehr mit Beister? Weil er seit Ewigkeiten beim HSV ist, ein Hamburger Urgestein sozusagen? Das sind ein Matti Steinmann, ein Ashton Götzoder ein Philipp Müller ebenso.

Ruhen auf ihm nicht vielmehr unerfüllte Hoffnungen, die andere nicht erfüllen konnten, eben gerade weil er nicht gespielt hat und von daher nicht (so) verbrannt ist wie der Rest der Truppe die uns in den letzten 2 Jahren beglückt hat? Ist die Sehnsucht nach einem Eigengewächs, dass sich beim HSV zum gefeierten Bundesligastar mausert wirklich so groß?

Ich habe Beister in dieser Saison diverse Male spielen sehen und hautnah auf der Tribüne erleben dürfen. Danach stellt sich mir die Frage: Welche Form von Identifikation verkörpert ein Spieler, der von sich aus sagt, er wolle sich in der U23 Spielpraxis und Wettkampfhärte holen, dann aber nach seiner Auswechslung zur zweiten Hälfte irgendwann auf der Tribüne erscheint und für den Rest der Spielzeit, in sein Handy versunken, nicht darauf achtet, was seine Mannschaftskollegen (unter anderem 5 Leute mit denen er täglich bei den Profis trainiert) auf dem Feld anstellen um einen Sieg einzufahren. Oder aber nach einer Auswechslung 15 Minuten vor Schluß duschen geht, anstatt sich auf die Bank zu setzen, die Daumen zu drücken und sein Team anzufeuern, für dass es noch um Meisterschaft und Aufstieg in die 3. Liga geht. Identifikation beginnt für mich, da wo ich mich meinen Mannschaftskollegen und dem Betreuerstab gegenüber solidarisch und nicht egoistisch verhalte.

Rationale Gründe Maximilian Beister zu glorifizieren gibt es also keine. Finde ich zumindest! Und ihn lediglich aufgrund der Local Player Regelung im Kader zu halten macht auch keinen Sinn denn da rücken junge vom HSV ausgebildete Talente nach, die günstiger verpflichtet werden können.

Es ist schade, aber es ist wie es ist! Viel Erfolg in der Fremde Maxi, es ist für beide seiten das Beste!

Momentan sieht es in der Tat so aus, als würde man beim Hamburger Sportverein Nägel mit Köpfen machen und zumindest personell einen echten Neuanfang wagen wollen. Das findet meine ungeteilte Unterstützung.

Also meine Herren, weiter so: kein Rajkovic, kein Westermann, kein Ilicevic, kein Beister und (so leid es mir um ihn persönlich tut) auch kein Kacar. Dann noch zusehen, dass Adler und Lasogga zu Geld gemacht werden, Djourou verkaufen, Rudnevs auch und die endlich die unsägliche Uhr abbauen, die nur das nach Rückwärts gerichtete verkörpert. Dann hätte man in diesen Wochen seit Labbadias Amtsantritt wirklich etwas geschafft und wäre dabei etwas Zukunftsträchtiges zu schaffen.

Der HSV muss sich perspektivisch vernünftig aufstellen und darf sich dabei nicht von irgendwelchen Hirngespinsten wie Europa leiten lassen. Dazu bedarf es ganzer Kerle und keiner “Heulsusen”, in der Führung wie in der Mannschaft!

—-
P.S. Wie immer man auch zu der Angelegenheit stehen mag: Fairness ist gegenüber allen Beteiligten oberstes Gebot. Bedrohungen und Ähnliches sollten in keinem Forum Platz haben, gegen wen auch immer sie gerichtet sein mögen! Ob gegen Beister oder den HSV!

6 Kommentare

  1. Totti61

    Wir kennen HeLuecht, aber wer ist “Scholle”???

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  2. der Coach

    Das ist ein Fisch, ein sogenannter Plattfisch, welcher gerne als Filet serviert wird. Der Kenner allerdings bereitet sie im Ganzen mit Gräte zu

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  3. Wadenbeisser

    Fisch? Ich mag keinen Fisch, erst recht nicht mit Gräten. Höchstens die Fischstäbchen oder das Schlemmerfilet von hier kommt wieder eine kleine Werbung .
    Nee, Scherz beiseite und zurück zum Thema Beister.
    HeLuecht, ich glaube dir deine Beobachtungen von Maxi bei der U23, auch wenn ich es nicht gesehen habe. Es passt einfach in das Bild, das ich mir durch meine Beobachtungen machen konnte.
    Leider verhält sich dieser Spieler in Situationen, in denen es nicht so läuft wie er es sich wünscht, völlig unprofessionel.
    Wenn ich an Maxi Beister denke, dann denke ich an unser Heimspiel gegen Augsburg am 16.03.2013.
    Er war damals unter Fink in ähnlicher Situation wie jetzt. Nur Ersatzspieler wegen schlechte Trainingsleistungen, aber er fühlte sich ungerecht behandelt und tat das auch öffentlich kund.
    Nein, ich denke nicht an Maxis völlig berechtigte rote Karte kurz nach der Einwechslung zur zweiten Halbzeit, als er einem Augsburger übelst und völlig unnötig tritt.
    Nein, hätte einer aus dem Trainerstab mal gesehen, wie sich dieser Spieler auf seinen Einsatz in der Halbzeit vorbereitete, er hätte niemals auflaufen dürfen!
    Da war nichts von wegen warmlaufen, Dehnungsübungen etc., wie man es sonst von Fußballern kennt.
    Maxi schnappt sich die Pille und versucht Kunstschüsse vor der Nord. Lupf hier, Hacke da und dann vom 16er in den Winkel.
    Poptown jubelt, und Maxi dreht erst richtig auf: Doppelpass mit dem Greenkeeper und ne Granate, leider neben das Tor. Egal, 25A Jubelt, Maxi ist der Held, also gibt e als Zugabe Elfmeterschießen gegen Poptown!!!!!!.
    Er legt den Ball auf den Elferpunkt, stachelt Poptown an…
    Poptown feuert ihn an…
    Maxi läuft an, stoppt ab…
    Poptown gröhlt…
    Und als Poptown in der falschen Ecke liegt, verwandelt er eiskalt!
    Sorry, aber so bereitet sich selbst in der Kreisklasse kein Spieler auf seinen Einsatz vor.
    Dass er jetzt nicht verlängert wird, es hat wohl mit seiner Einstellung zu tun, ich kann nach deinen und meinen Erfahrungen den Entscheidern nur gratulieren!
    So schade wie es ist, einen Spieler mit der Raute im Herzen, eine Identifikationsfigur und einen durchaus talentierten jungen Mann zum Gehen zu bitten, aber ich unterstütze es zu 1887%.
    Ich wünsche ihm alles Gute und daß er bei seinem nächsten Verein den Turnaround schafft! Hier wird das nix mehr, dafür scheint sein Verhalten zu festgefahren.

    Übrigens, meine Beobachtungen zu Maxi kann man in der entsprechenden Nachtschicht bei Matzen gerne querlesen.

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  4. ky

    Maxi ist aber auch “Opfer” der ständig wechselnden Trainer und Spodis geworden. Manchmal gehört einem Spieler ob seiner Einstellung ” mal der Kopf gewaschen”. Louis Enrique hat Messi kurz nach der Winterpause mal auf die Bank gesetzt, das hat Messi angespornt, mehr zu machen – kein junk food mehr, vernünftige Ernährung, etc. Messi ist heute viel athletischer als vor einem Jahr – vergleiche mal die Bilder aus 2014 zu 2015. Auch ein Elia hätte ein geiler Spieler sein können, mit der richtigen Betreuung durch den Verein. Es gibt die HW4s, deren techn. Können limitiert ist, aber die darum wissen, und entsprechend professionell damit umgehen. Und es gibt unfassbar viele “Talente”, die den Durchbruch dauerhaft nie schaffen, weil sie das falsche Umfeld, den falschen Berater, aber vor allem, niemanden im Verein haben, der ihnen mal “den Tarif ansagt”. Auch hier ist der HSV bisweilen schlecht aufgestellt, trotz Wehmeyer etc.
    Wenn Du in einer Firma dir eine neue, teure IT-Anlage anschaffst, dann wirst Du Versicherung, Wartung und Betreuung sicherstellen, um Dein Investment zu schützen. Aber bei dem Profi-Unternehmen HSV werden Investments eben nicht betreut, ich kenne selbst zuviele Beispiele (Daniel van Buyten, Paolo Guerrero, Van der Vaart, Elia, Ledeesma, etc.) Dieser Verein hat noch sehr viel zu lernen und zu verbessern, auf allen Ebenen.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Opfer von ständig wechselnden Trainern sind letztlich alle geworden. Die Spieler und auch die Fans.

      Die mangelnde Kommunikation wurde im Laufe der Saison ja auch immer wieder thematisiert, sei es in der Causa Ilicevic, dem nicht gesagt worden sein soll, warum er nicht mit ins Trainingslager nach Dubai fahren durfte, ei es in der Causa Green, der dann allerding nicht beseres zu tun hatte, als sich bei facebook “auszuweinen” und jetzt in der Causa Beister, über den Labbadia sagte, er hätte Spielpraxis bekommen müssen.

      Beister ist ja ansonsten auch ein gestandener “Mann”. Gründet einen Verein, lässt sich Erfindungen patentieren und sagte selber, dass er sich Spielpraxis in der U23 holen wollte. Jetzt auch der Weg über die Presse. Wie gesagt von Vereinsseite gibt es zu der Thematik keine offizielle Verlautbarung.

      Zu Elia fällt mir allerdings ein, dass Werder ihn als “faulen Apfel” in dieser Saison sehr schnell aussortiert hat. Bei den Bremern hatte ich bisher immer das Gefühl, dass man durchaus auch mit “schwierigeren Charakteren” bereit und in der Lage ist zu arbeiten. Das zeigt ja auch die Verpflichtung des als schwierig und divenhaft geltenden HSV-Talents Melvin Krol zur neuen Saison.

      Wie gesagt, es gehören immer zwei dazu. Manchmal passt es nicht oder nicht mehr. Das scheint jetzt bei Maxi Beister der Fall zu sein.

      P.S. Wehmeyer? Ist der als “Tarifansager” beim HSV angestellt? Tarife für Asienflüge und Hotelübernachtungen?

  5. ky

    Klar gehören immer beide Seiten dazu, aber wie ich am Beispiel HW 4 versucht habe es zu verdeutlichen, einige sind Profis, andere brauchen professionelle Betreuung…
    Wehmeyer nur als Beispiel eines ehem. Musterprofis, der ja als Teammanager – nebst anderen – angestellt ist und ggf. sich mal den ein oder anderen beiseite nehmen könnte.

    Mein Ideal-Modell ist eigentlich, dass jeder Spieler einen “life coach” hätte,
    z.B. einen Sportstudenten, der sich eben auch privat kümmert und dafür ein vernüftiges Salär p.a. erhält, z.B. 40.000 Euro p.a.
    Diese Kosten sollten sich Verein und Spieler teilen, und gute Berater würden ihren “spezielleren” Mandanten sicherlich auch dazu anraten, auch um “Ihr Geschäftsmodell” zu schützen.

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