Wie läuft es bei der U23? – Der Saisonauftakt unter der Lupe!

U23-CLP-Titel

+ + + mit allen Toren + + +

Sechs Spieltage in der Regionalliga Nord sind inzwischen absolviert. Für die “Zwote” des Hamburger SV mit wechselndem Erfolg. Die makellose Bilanz von Joe Zinnbauer in der Regionalliga Nord ist Geschichte. Zeit, einmal auf den Saisonauftakt und die ersten Spiele der neuen Saison zurückzublicken.

Wie bekannt, gab es zur Saison 2015/16 einen gewaltigen Umbruch in der U23. Mit Roan Kwon, Francis Adomah, Nils Brüning, Glenn Schröder, Umut Kocin, Christian Derflinger, Merphi Kwatu, Fabio Morena, Sven Mende, Kevin Otremba, Erdal Akdari, Dominik Masek und Alexander Brunst verließen 13 Spieler unter ihnen zahlreiche Leistungsträger den Verein. Matti Steinmann und Mohamed Gouaida, die zwischenzeitlich verliehen wurden, komplettieren diesen Aderlass, den Joe Zinnbauer vorwiegend mit Spielern aus der zweiten Reihe und mit A-Junioren kompensieren musste und muss.

Ashton Götz laboriert(e) noch an einer Verletzung und auch Ronny Marcos sowie zeitweilig Ahmet Arslan standen dem Trainer in der Vorbereitung nicht oder nur teilweise zur Verfügung. Verletzungsbedingt konnte auch Tolcay Cigerci die Vorbereitung nicht mitmachen. Überdies stieg Joe Zinnbauer nach seiner Beurlaubung als Cheftrainer erst sehr spät in die Kaderplanung ein. Dies hatte zur Folge, dass weniger Spieler als in der vergangenen Saison gecastet werden konnten, allerdings immer noch so viele, dass die U23 in jedem Vorbereitungsspiel mit einer anderen Besetzung antrat (siehe hierzu auch “Testen, testen, testen … und marschieren“).

Jüngster Neuzugang: der Koreaner Young-Jae-Seo, der über die U23 an die Profis herangeführt werden soll.

Jüngster Neuzugang: der Koreaner Young-Jae-Seo, der über die U23 an die Profis herangeführt werden soll.

Auf einigen Positionen ist die Mannschaft nach wie vor nicht komplett, auf der 6 und auch auf den Verteidigerpositionen wünscht sich Zinnbauer noch sinnvolle Verstärkungen, die wohl auch dringend notwendig sind. Mit Sowah und Oschkenat wurde da zwar während des laufenden Spielbetriebes nachgebessert, aber die Lücke im defensiven Mittelfeld die durch den Weggang von Sven Mende und der Leihe von Matti Steinmann nach Chemnitz enstanden sind bei weitem nicht geschlossen worden, ebenso jene, die der Abgang von Gideon Jung zu den Profis gerissen hat.

Statt auf etablierte Kräfte setzen zu können, muss der Trainer der U23 nun mit einer Reihe gerade 18 Jähriger (die teilweise noch in der U19 eingesetzt werden wie Gillian Jurcher, Dren Feka oder Torhüter Kreidl) im Männerfussball der Regionalliga Nord bestehen. Das Ziel möglichst schnell 40 Punkte zu erreichen, ist daher ein sehr realistisches, denn die Luft in der 4. Liga ist deutlich rauher als in der Juniorenbundesliga.

Sebastian Haut, Marc Lindenberg, Armando Tikvic, André Branco, Johannes Kreidl und Finn Porath kommen aus der eigenen U19. Gillian Jurcher (18/St. Pauli), Vesel Limaj (18/Cottbus), Adel Daouri (Freiburg II), Enes Küc, Raffael Brand, Laurynas Kulikas, Lennad Sowah, Oliver Oschkenat und Tom Mickel sind die weiteren Zugänge der Saison. Ein weiterer Neuzugang ist Young-Jae Seo, ein Linksverteidiger, der gerade einen Dreijahresvertrag vom HSV bekam und über die U23 an das Profiteam herangeführt werden soll. Der Koreaner, kommt wie zuvor Dong-Su Kim und Roan Kwon von der Hanyang University aus Seoul und ist/war ebenfalls U19 und U21 Auswahlspieler seines Landes.

Damit sieht der derzeitige Kader wiefolgt aus:

Der U23 Kader für die Saison 2015/16 (Stand 6. Spieltag)
Nr. Name Alter Position Einsätze Vertrag bis
1 12 Tom Mickel 26 TW 6 2016
2 25 Tino Dehmelt 23 TW 2018
3 1 Johannes Kreidl 19 TW 2017
4 2 Dominik Jordan 20 RV 6 2016
5 6 Ashton Götz* 22 RV 2017
6 4 Dongsu Kim 20 IV 4 2017
7 23 Kerim Carolus 21 IV 1 2016
8 22 Marc Lindenberg 19 IV 1 2016
9 Gideon Jung* 20 IV/DM 2018
10 Oliver Oschkenat 21 LV/IV 2016
11 13 Ronny Marcos* 21 LV 5 2017
12 3 Armando Tikvic 19 LV 2016
13 5 Lennard Sowah 23 LV 2016
14 Young-Jae Seo 20 LV 2018
15 17 Dren Feka 18 LV 3 2016
16 14 Sebastian Haut 19 DM 3 2017
17 Finn Porath* 18 DM 2016
18 16 Tolcay Cigerci 20 ZM 2016
19 26 André Branco 19 ZM 2016
20 21 Vesel Limaj 18 OM 3 2017
21 7 Ahmet Arslan 21 RA 5 2016
22 19 Rafael Brand 20 RA 3 2016
23 20 Gillian Jurcher 18 RA 2 2018
24 8 Philipp Müller* 20 HS 6 2016
25 24 Laurynas Kulikas 21 MS 4 2016
26 9 Nico Charrier 21 MS 6 2016
27 11 Said Benkarit 20 MS 6 2016
28 18 Adel Daouri 20 MS 5 2017
29 15 Enes Küc 18 LA 6 2017
30 Mohamed Gouaida* 22 LA 3 2018

Aufgrund der vielen Neuzugänge, vor allem der jungen Spieler aus der U19 wurde vor Saisonbeginn von Trainer Joe Zinnbauer das Ziel Klassenerhalt ausgegeben. Es sollten so schnell wie möglich, 40 Punkte auf die Habenseite gebracht werden.


Der 1. Spieltag: Goslar – HSV 1:2 (0:1)

Nach einer spielerisch sehr durchwachsenen Vorbereitung, ging es am 1. Spieltag für “Die Zwote” wie in der vergangenen Saison nach Goslar. Und die Saison begann ähnlich gut wie die letzte, nämlich mit einem Sieg. 2:1 hieß es am Ende der Partie.

Die Rothosen ließen über weite Strecken der Partie die Kompaktheit in der Defensive vermissen und luden so die Harzer immer wieder zu Abschlussgelegenheiten ein. Dennoch erzielte der HSV den Führungstreffer mit einem satten 20 Meter Schuss von Enes Küc.

Nico Charrier hatte in der Folge und auch in der zweiten Hälfte einige Gelegenheiten, dass Ergebis für den HSV erfreulicher zu gestalten, vergab seine Chancen allerdings leichtfertig. Das sollte sich rächen, denn die Hausherren erzielten in der 61. Minute den Ausgleich durch Golombek, der alleine freistehend vor Mickel vollendete. Nur 5 Minuten später stellte Rafael Brand, den alten Abstand wieder her.

In einer turbulenten Schlussphase, merkte man den Hamburgern an, dass es ihnen an der Souveränität der Vorsaison mangelt. Kurz vor Schluss kratzte Charrier für den bereits geschlagenen Keeper Mickel einen Ball gerade noch von der Linie und dann kurz vor dem Abpfiff ein Goslarer Pfostentreffer.  Am Ende ein glückliche Sieg der „Zwoten“ zum Saisonauftakt. Die ersten drei Punkte waren also (für mich überraschenderweise) eingefahren, wenngleich Trainer Joe Zinnbauer die fehlende defensive Kompaktheit und die mangelhafte Ausnutzung der sich ergebenen Konterchancen  bemängelte.

So spielte der HSV: Mickel –  D. Jordan, Carolus (73. Feka), Haut, Marcos – A. Arslan (89. Lindenberg), Daouri – P. Müller, Küc, Brand (77. Benkarit) – Charrier
Bank: Kreidl – Limaj, Branco, Kulikas
Tore: 0:1 Küc (25.), 1:1 Golombek (61.), 1:2 Brand (66.)


Der 2. Spieltag: HSV – Schilksee 1:1 (1:1)

Nach dem gelungenen Auftaktsieg, erwarteten und hofften viele, dass sich der Aufwärtstrend im ersten Heimspiel gegen den vermeintlich schwächsten Aufsteiger, den TSV Schilksee fortsetzen würde. Ein Sieg war fest eingeplant, hatte Schilksee doch sein Auftaktspiel mit 0:5 gegen Eintracht Norderstedt verloren.

Umso ernüchterter die Gesichter nach der Partie. Die „Kieler“ machten das, was sich bereits in der letzten Saison als probates Mittel herausgestellt hatte. Kompakt stehen, physisch kräftig dagegenhalten und auf Fehler im Spielaufbau des Gegners und daraus resultierende Konterchancen warten.

Zwar brachte Kapitän Arslan den HSV vor den Augen von Dietmar Beiersdorfer , Peter Knäbel und Bernhard Peters bereits nach 18 Minuten in Führung, aber die Schleswig-Holsteiner hielten dagegen und wurden durch einen Abstauber in der 26. Minute belohnt.

Der Treffer von Benjamin Petrick zum 1:1 besiegelte gleichzeitig auch den Endstand, da es den Hamburgern in der Folgezeit nicht gelang aus ihrer optischen Feldüberlegenheit Kapital zu schlagen.

“Das hat mich heute sehr gestört. Vorne haben wir das nicht gut gemacht, da müssen wir effizienter sein.“ konstatierte dann auch ein enttäuschter Trainer Zinnbauer nach dem Spiel.

Dennoch war im Spiel der U23 zu erkennen, dass erste Automatismen greifen und welches Spiel der Trainer künftig anstrebt. Einzig der finale Pass und das Ausnutzen der (wenigen) sich ergebenen Chancen fehlen noch, so dass der Punktgewinn für den Aufsteiger doch letztlich glücklich zu nennen war.

So spielte der HSV: Mickel – D. Jordan, Haut, Sowah, Feka – A. Arslan, Daouri – P. Müller, Küc (78. Charrier), Brand (64. Limaj) – Benkarit (85. Kulikas)
Bank: Kreidl – Tikvic, Lindenberg, Carolus
Tore: 1:0 A. Arslan (18.), 1:1 Petrick (26.)


Der 3. Spieltag: Wolfsburg – HSV 4:0 (2:0)

Bis zum dritten Spieltag hielt die Erfolgsbilanz des Joe Zinnbauer in der Regionalliga Nord. 10 Partien ohne Niederlage, aber gegen den Titelaspiranten aus Wolfsburg gab es eine derbe Schlappe. Während Ex-HSVer Alexander Brunst seinen Kasten gegen seine ehemaligen Kollegen sauber halten konnte, musste sein Nachfolger im Hamburger Gehäuse gleich viermal hinter sich greifen.

Dabei hatten die Rothosen im schmucken Wolfsburger AOK Stadion durchaus gut mitgespielt, wie üblich aber zu viele leichte Ballverluste in der Vorwärtsbewegung gezeigt. Einer dieser leichtfertigen Ballverluste brachte die 1:0 Führung für die Gastgeber in der 28. Minute, als Kim beim Versuch einen Konter der Wolfsburger doch noch abzufangen, die Hand zur Hilfe nahm. Schulz verwandelte den fälligen Handelfmeter und traf nur 7 Minuten später erneut, als die Hamburger wieder einmal zu ungestüm nach vorne agierten, weil sie unbedingt schnell den Ausgleich erzielen wollten.

Nach der Pause, merkte man dem HSV an, dass er sich  nicht einfach so geschlagen geben wollte. Die Hamburger machten viel Druck, hatten auch ihre Chancen (Kim mit einem Kopfball an den Pfosten), das Tor aber machte wiederum Schulz in der 61. Minute. Wieder einmal ein leichtfertiger Ballverlust, ein schneller Konter und ein Foulspiel im eigenen Sechzehner um zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Foulelfmeter und drin, 3:0. Spiel gelaufen. Fast folgerichtig fiel dann noch das 4:0 für die Wölfe, die es danach ruhiger angingen ließen, sonst hätte die „Watschn“ für die U23 noch deftiger ausfallen können.

“Wenn du die Tore nicht machst und auf dem Niveau solche naiven Fehler in der Defensive begehst, kannst du so ein Spiel nicht gewinnen” bemängelte dann auch Joe Zinnbauer (zu Recht) das Spiel seiner Mannschaft.

So spielte der HSV: Mickel – D. Jordan, Kim, Sowah (69. Lindenberg), Marcos – Daouri, Feka (64. Benkarit) – P. Müller (64. Kulikas), Gouaida, Küc – Charrier
Bank: Kreidl – Haut, Brand, Limaj
Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Schulz (28., 35., 61.), 4:0 Avdijaj (68.)


Gegen die Wolfsburger U23 musste Joe Zinnbauer seine erste Niederlage in der Regionalliga Nord hinehmen - und gleich eine deftige!

Gegen die Wolfsburger U23 musste Joe Zinnbauer seine erste Niederlage in der Regionalliga Nord hinehmen – und gleich eine deftige!


Der 4. Spieltag: HSV – Cloppenburg 2:2 (0:1)

Gefühlte 99% Ballbesitz und am Ende doch nur einen Punkt. So ließe sich das Spiel am besten zusammenfassen. Gegen den Tabellennachbarn BV Cloppenburg offenbarten sich die Schwächen der „Zwoten“ in dieser Saison klar und deutlich.

Trotz Ballbesitz relativ wenig Chancen herausarbeiten, die Chancen nicht konsequent nutzen, in der Vorwärtsbewegung leichtfertig Bälle verlieren, an und im eigenen Sechzehner nicht beherzt und konsequent klären.

Der Gast kam gefühlt zweimal vor das Hamburger Tor, zweimal war der Ball drin. Der erste Cloppenburger Treffer fiel zudem noch durch gnädige Mithilfe von Ronny Marcus, der eine eigentlich harmlose Hereingabe von der linken Cloppenburger Seite unhaltbar für Keeper Mickel in die eigenen Maschen hob.

Unmittelbar nach der Pause schaffte der HSV dann endlich den Ausgleich, tat sich danach aber gegen sehr kompakt und gut geordnete Cloppenburger weiterhin schwer. Ging dennoch in der 81. Minute durch Kim in Führung und bekam plötzlich das große Zittern, welches deutlich bis auf die Tribüne zu spüren war.

So kam es wie es kommen musste: Fünf Minuten vor Spielende, nach einem erneut fatalen Ballverlust im Mittelfeld, kommen die Cloppenburger zu ihrem dritten Angriff und treffen zum 2:2 Endstand.

Joe Zinnbauers ernüchternde Bilanz: „Wir müssen in der Box noch klarere Entscheidungen treffen, sowohl beim letzten Pass als auch beim Abschluss, und dürfen den Ball nicht so naiv hergeben!“

So spielte der HSV: Mickel – D. Jordan (70. Jurcher), Kim, Marcos, Oschkenat (89. Kulikas) – A. Arslan, Daouri – P. Müller (67. Küc), Charrier, Gouaida – Benkarit
Bank: Kreidl – Sowah, Feka, Brand
Tore: 0:1 Marcos (2., ET), 1:1 Charrier (47.), 2:1 Kim (80.), 2:2 Faqiryar (85.)


Der 5. Spieltag: Flensburg-Weiche – HSV 3:2 (0:2)

Der Ausflug nach Flensburg ließ den HSV auch in diesem Jahr wieder mit leeren Händen zurückkehren. Bereits nach 16 Minuten schien die Partie für die Rothosen gelaufen zu sein.

Zwei Standards und zwei, sagen wir mal, nicht eben souveräner Situationen von Tom Mickel, bescherten dem HSV einen frühen 2:0 Rückstand, den die Flensburger in der Folge noch deutlicher hätten gestalten können.

An diesem Stand änderte sich bis zur Pause trotz zweier Riesenchancen von Müller und Charrier nichts mehr. Nach der Pause machte die U23 deutlich mehr Druck und kam durch einen tollen Freistoß von Arslan und einem 18m Schuss von Daouri zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Eine Viertelstunde vor Schluss konnten die Weicher jedoch erneut in Führung gehen, die die Hamburger nicht mehr egalisieren konnten, zumal sie auch noch Verteidiger Oschkenat mit Gelb-Rot verloren.

Der eingewechselte Kulikas hätte kurz vor Ende der Begegnung noch für einen versöhnlichen Abschluss sorgen und den Hanseaten wenigstens einen Punkt bescheren können, aber auch er vergab.

„Alle drei Tore resultierten aus Standards, waren aber auch vom Wind begünstigt. Leider haben wir uns wieder nicht belohnt, weil wir vergessen haben, die Tore zu machen.“ Stellte der Trainer fast schon wie gewohnt fest.

So spielte der HSV: Mickel – D. Jordan (84. Limaj), Kim, Oschkenat, Marcos – A. Arslan, Daouri – P. Müller (69. Küc), Charrier (82. Kulikas), Gouaida – Benkarit

Bank: Kreidl – Tikvic, Sowah, Brand

Tore: 1:0 Jürgensen (10.), 2:0 Shirdel (16.), 2:1 Arslan (47.), 2:2 Daouri (53.), 3:2 Sykora (74.)


Alle Tore der ersten fünf Spieltage im Überblick


Der 6. Spieltag: HSV – Drochtersen/Assel 2:1 (1:0)

Sonnenschein, 3 Punkte und Dank der mitgereisten Fans aus Drochtersen (irgendwie hatte es den Anschein, als sei die ganze Gemeinde zu einem Ausflug unterwegs gewesen, mit Kind und Kegel, Oma und Opa), eine prima Stimmung. Herz, was willst du mehr?

Tja, wäre es nicht ein schwaches Spiel gewesen, wohl das schwächste, was die U23 in dieser Saison bisher abgeliefert hat. Einfallslos, mit wenig Bewegung, unkonzentriert in der Vorwärtsbewegung, schludrig in der Abwehr…alles in allem zum Haare ausraufen und so musste es wiederum ein Standard für den HSV richten. Ein Traumfreistoß von Ahmet Arslan in den Winkel brachte die 1:0 Pausenführung wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff.

Nach dem Wechsel, der HSV zwar weiter in der Vorwärtsbewegung, aber viel zu durchsichtig und behäbig, als dass der Aufsteiger aus Niedersachsen hätte in ernste Bedrängnis gebracht werden können.

Drochtersen stand gut und ließ den HSV nicht wirklich in die gefährlichen Zonen gelangen, profitierte selber immer wieder von katastrophalen Abspielfehlern der Rothosen, ohne daraus jedoch entsprechend Kapital schlagen zu können.

So leichtfertig darf man als Aufsteiger seine Möglichkeiten nicht liegen lassen, befanden auch die mitgereisten Fans, die zusehends unruhiger wurden. In der 60. Minute dann aber brandete tosender Jubel an der Hagenbeckstrasse auf. Nagel erzielte den verdienten Ausgleich und ganz Drochtersen war aus dem Häuschen.

Der sichtlich genervte Joe Zinnbauer wechselte daraufhin dreimal. Mit Haut bekam die Defensive mehr Stabilität und mit Charrier die Offensive mehr Schwing. Charrier war es dann auch, der zwölf Minuten vor Schluss den Siegtreffer markierte als er nach einem durchgesteckten Ball von Jurcher frei zum Schuss kam und trocken abschloss.

„Die fünf Spiele zuvor haben wir hervorragend gespielt, jedoch nicht gewonnen. Heute haben wir es einmal umgedreht“ befand Joe Zinnbauer versöhnlich und sichtlich erleichtert nach der Partie. In der Tat, drei ganz wichtige Punkte, um sich im Mittelfeld zu etablieren und nicht zu Saisonbeginn zu sehr unter Druck zu geraten.

So spielte der HSV: Mickel – D. Jordan, Kim, Marcos, Feka – A. Arslan, P. Müller, Küc (76. Limaj), Brand (63. Haut) – Jurcher, Benkarit (66. Charrier)

Bank: Kreidl – Tikvic, Sowah, Kulikas

Tore: 1:0 Arslan (41.), 1:1 Nagel (60.), 2:1 Charrier (78.)


Die Tore des 6. Spieltages


Fazit:

Es dürfte die erwartet schwere Saison für das “Nachwuchsflaggschiff” des HSV werden. Das von Joe Zinnbauer propagierte System benötigt ein sicheres Passspiel, Handlungsschnelligkeit und eine extrem gute Abstimmung, ansonsten ist es einfach zu knacken. Tief stehen, massiv dagegen halten auf Fehler der extrem hochstehenden Hamburger warten und überfallartig kontern und schon ist die Wahrscheinlichkeit auf mindestens einen Punktgewinn gegeben.

Gegenüber der Vorbereitung sind klare Fortschritte erkennbar. Ein vorbildlicher Ahmet Arslan in einer ungewohnten Rolle als “abkippender Sechser” und Spielmacher kann die Lücke nicht schließen, die durch den Weggang von Steinmann und Mende entstanden ist. Auch der Weggang von Gouaida machte sich im letzten Spiel bereits bemerkbar.

Ich würde mir ein wenig mehr taktische Flexibilität wünschen. So sollte es auch mal möglich sein, etwas tiefer zu stehen und seinerseits abzuwarten, was der Gegner macht. Gegen den kommenden Gegner, den Tabellenführer Norderstedt, wäre das sicherlich ein probates Mittel um zu verhindern, dass man ins offene Messer läuft und sich gegen die bisher äußerst treffsichere Eintracht abschießen lässt.

Im folgenden Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Hildesheim, der mit einem Punkt aus Hamburg sicherlich zufrieden sein dürfte, kann man es dann ja wieder mit der “alten Methode” probieren.

8 Punkte nach 6 Spielen sind unterm Strich in Ordnung. In Wolfsburg und Flensburg kann man verlieren und auch gegen einen Aufsteiger mal einen Punkt liegen lassen. Fakt ist, diese Elf hat nicht die Qualität derjenigen aus der Vorsaison und wird nicht um den Aufstieg mitspielen können. Diese wahrscheinlich historische Chance hat man in der vergangenen Spielzeit verschenkt.


Die Tabelle nach dem 6. Spieltag in der Regionalliga Nord
Pos. Verein Sp S U N Tore Punkte
1. Eintracht Norderstedt 6 4 1 1 16:8 13
2. VfB Oldenburg 6 4 1 1 11:7 13
3. Eintracht Braunschweig (U23) 6 4 0 2 8:5 12
11. Hamburger SV 6 2 2 2 9:12 8
16. Goslarer SC 08 6 1 0 5 7:13 3
17. VfV 06 Hildesheim (N) 6 1 0 5 7:16 3
18. TSV Schilksee (N) 6 0 1 5 7:19 1

10 Kommentare

  1. MMSF-VSMNMT

    Danke HeLuecht! Treffende Zusammenfassung, soweit ich das beurteilen kann.
    Zinnes hochholen in die 1. war nicht nur für die suboptimal.

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Meinst du jetzt, dass Zinnbauer die “Jungen” in die 1. hochgeholt hat oder, dass er selbst in die 1. hochgeholt wurde, wäre suboptimal gewesen.

      Wie auch immer…das “Warum, glaubst du das?” interessiert mich dann schon!

  2. Aradia

    So ihr Lieben,
    ja Luechti ist tolle Fleissarbeit aber leider so nicht mein Ding.
    Vielleicht wenn ich später mal…..so eigenen Nachwuchs an den Goldtopf
    heran führe…lach…
    .
    Darum gehe ich nicht näher drauf ein, weil….Null-Ahnung.
    Heute Abend spielen wir “schland” gegen Polen.
    .
    Mit unserer Nati stimmt was nicht, siehe auch Tabelle, sagt mir
    ein Gefühl.
    Nun gelten ja Ausreden wie, WM-Titel schwer zu verarbeiten oder
    ich kann mich nicht so richtig motivieren…..nicht mehr.
    Jogi konnte das ändern in dem er nach und nach ersetzt.
    Nur das ist dann schwer…..zu gewinnen.
    Wie beim HSV aktuell.
    Dieses einspielen und wissen was der Andere tut kommt nicht von allein
    sondern durch reden der Spieler untereinander.
    Wenn nun jedes mal ein Neuer dazu kommt und der Stamm auch
    durch Verletzungen bröckelt, ja dann glaube ich dass wir nicht
    gewinnen können.
    Von daher wird es heute eng für Jogi.
    Mir egal, weil Weltmeister bleiben wir trotzdem. :lol:
    .
    Was ich immer blöde finde, die BL hat frisch begonnen, neue
    Spieler noch nicht integriert, es wird noch versucht und dann
    kommen Nationalspiele und die Mannschaft ist getrennt, eventuell
    verletzte Spieler kommen zurück, ja und das trainieren ist ja nur
    Kondition.
    Man fängt wieder von vorne an.
    Und ups….ist Winter.
    Also einspielen geht anders.
    Und bei uns sind viele Neue.
    Das bedeutet, das ärgern geht weiter.
    Schade eigentlich.

    Antworten
  3. slobocop plusslobocop plus

    danke, HL. mit diesen informationen werde ich ab sofort im tippspiel eine wahnsinnige aufholjagd starten.

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Ich habe extra für dich ja noch mal das Ganze etwas kompakt dargestellt, damit es in der Runde nicht so ganz langweilig wird und mir dann “Manipulation” vorgeworden wird, wenn ich mit meinen Tipps häufiger richtig liege ;-)

  4. flashbax

    das hab ich vermisst.
    danke dafür.

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Ich auch :-)
      .
      Aber normalerweise gibt es auch immer etwas zur U23 in den Wochenrückblicken. Ist eben auch ein gewisses Zeit und dann auch Lust- und Motivationsproblem. Bevor da “Mumpitz” bei raus kommt, gibt es lieber nix!

    2. kk7

      @HeLuecht
      Echt, solche Leute gibt´s, die dir “Manipulation” vorwerfen?

  5. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    Ja kk7, ich weiß auch nicht wie das kommt. Ob das wohl am Nick liegt? ;-)

    Antworten
  6. MMSF-VSMNMT

    …zu HL’s Rückfrage vom 5. September 2015 um 21:29:
    Ich meinte das Hochholen von Zinne in die 1. Mannschaft. Nach anfänglichem Schock fand ich dann “Hey Joe” ganz gut, aber aus heutiger Sicht war es ein Fehler. Erstens ist dadurch die 1. fast abgestiegen und die U23 hat den Aufstieg verpasst. Finde es jedenfalls gut, dass er jetzt an seiner U23-Aufgabe weitermacht bzw. Didi ihn weitermachen lässt.

    Antworten

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