Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Bereits lange diskutiert und recht früh als einzige Möglichkeit angesehen, auf der Mitgliederversammlung vor knapp 2 Wochen dann verkündet: Der Hamburger SV, genau die HSV AG, bringt eine neue Anleihe auf den Markt, um die im September 2019 fällig werdende sogenannte Jubiläums-Anleihe abzulösen.

Von Finanzfachleuten bereits als Risikoanleihe mit zu geringem Zinssatz klassifiziert, ist diese HSV-Anleihe 2019/2026 nun seit gestern auf dem Markt. Bereits Tage vorher veröffentlichte der HSV vorschriftsmäßig den dazugehörigen, von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligten Wertpapierprospekt.

Nach §5 Abs, 2a Ziffer 1 des Wertpapierprospektgesetzes (WpPG) ist die HSV AG (die Emittentin) verpflichtet, in dem Prospekt sämtliche bekannten und möglichen Risiken dieser Anleihe aufzulisten und kurz zu beschreiben. Das gilt unabhängig vom Grad der Wahrscheinlichkeit, dass diese Risiken eintreten oder nicht.

Im Wortlaut heißt es dort:

§ 5 WpPG – Prospekt –
[…]
(2a) Die erforderlichen Schlüsselinformationen umfassen in kurzer Form und allgemein verständlicher Sprache unter Berücksichtigung des jeweiligen Angebots und der jeweiligen Wertpapiere:
1. eine kurze Beschreibung der Risiken und wesentlichen Merkmale, die auf den Emittenten und einen etwaigen Garantiegeber zutreffen, einschließlich der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und der Finanzlage des Emittenten und etwaigen Garantiegebers,
[…]

Beim HSV verweist man ausdrücklich darauf, dass die Erwähnung der Risiken vorgeschrieben sei, man selber diese aber nicht als akut drohende oder wahrscheinliche Szenarien ansieht. Um dier gesetzlichen Forderung Genüge zu tun, ihr Folge zu leisten und den Wertpapierprospekt von der BaFin genehmigt zu bekommen, damit die Anleihe überhaupt am Markt platziert werden kann, listet der HSV letztlich insgesamt die nachstehenden Risiken auf:

Zentrale Risiken, die der Emittentin [HSV-AG] eigen sind:

  • Mangelnder sportlicher Erfolg
  • Vermögenssituation
  • Eintritt bedingter Besserungsabreden
  • Anschlussfinanzierung
  • Fehlende Lizenzerteilung/Lizenzentzug
  • Nutzbarkeit des Volksparkstadions
  • Abhängigkeit von den Verbandsregeln und der Organisation des Bundesliga Spielbetriebs durch die DFL
  • Spielergehälter und Ablösesummen
  • Einnahmen aus Medienrechten
  • Sonstige Erlösquellen
  • Abhängigkeit in der Vermarktung
  • Vergabe des Caterings und des Merchandisings
  • Einfluss des Hamburger Sport-Verein e.V. auf die HSV Fußball AG
  • Abhängigkeit von Personen in Schlüsselfunktionen
  • (Mittelbare) Aktionärs- und Darlehensgeberstellung von Herrn Klaus-Michael Kühne
  • Außerplanmäßige Abschreibung aufgrund Sportinvalidität von Leistungsträgern
  • Möglichkeit von Strafzahlungen und Platzsperren bei statutarischen Verstößen
  • Negative Medienberichterstattung
  • Abnahme der Popularität des Fußballsports
  • Änderung der allgemeinen wirtschaftlichen und konjunkturellen Rahmenbedingungen
  • Ausfallrisiken
  • Mangelnder Versicherungsschutz
  • Risiken aus juristischen Verfahren
  • Risiken durch Veränderungen der Gesetzgebung
  • Risiken aus dem Veranstaltungsbetrieb
  • Risiken aus der Informationstechnologie
  • Risiko der Übernahme von Kosten für Polizeieinsätze

Jeder einzelne dieser Punkte könnte am Ende des (Anleihen)Tages (oder früher) dazu führen, dass sich die wirtschaftliche Situation der HSV AG dahingehend verschlechtert, dass sie ihren Tilgungs- und Zinsverpflichtungen aus der Anleihe in Teilen oder in Gänze nicht mehr gerecht werden und nachkommen könnte. Träten mehrere Risiken zeitgleich ein, könnte das den Hamburger SV in der Gesamtheit in seiner Existenz gefährden. Im schlimmsten Falle hieße das für die Anleger das Geld ist futsch! Und für die Emittentin die Insolvenz.

Nun dient ein Wertpapierprospekt in erster Linie dazu, den Anleger zu informieren und ihn letztlich auch davor zu schützen, sein Geld unbedarft anzulegen. Der nachstehende Satz ist also zunächst einmal als gesetzlich vorgeschriebene Warnung zu verstehen:

Sollte daher die Emittentin […],
hätte dies erheblich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Emittentin und könnte sich die wirtschaftliche Situation der Emittentin bis hin zur Existenzgefährdung verschlechtern und dies im Extremfall zur Insolvenz führen.

Eine Art Standardspruch, den man sonst von Beipackzetteln bei Medikamenten kennt: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“

Nun gibt es Leute, die weder das Eine noch das andere tun und einfach ihrem Arzt Dr. Wettstein vertrauen; andere die den Beipackzettel kurz überfliegen und feststellen, dass ein Stromausfall, den HSV schon nicht in die Pleite treiben würde, zumal der ja ohnehin, trotz e-sports Team und Smatrphone-Abstimmung noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist. Wieder andere, versteifen sich auf geradezu hypochondrische Art darauf, das jedes einzelne Risiko sie in den Tod treiben würde und legen sich bereits freiwillig auf die Bahre. Und schon entbrennt ein deftiger Streit um die Meinungshoheit unter diesen Apologeten.

Beispiel gefällig? Bitte:

Mir geht es an dieser Stelle nicht darum irgendwelche Realitätsverweigerer zu bekehren, auch nicht darum eine Empfehlung auszusprechen, ob es gut und sinnvoll ist, diese Anleihe zu zeichnen. Das möge bitte ein jeder für sich selber entscheiden. Ich habe bei der Lektüre dieses 144seitigen Prospekts lediglich festgestellt, dass der HSV bisher noch nirgendwo so detailliert Auskünfte über bestimmte Dinge und Sachverhalte erteilt hat, wie in diesem Prospekt. Den gesetzlichen Vorschriften sei Dank. Und das – das läßt sich mit keiner noch so groben oder filigranen Handbewegung wegwischen – ist dann sehr wohl die Realität, die HSV Realität.

Doch zur Sache, zu den Dingen, die mein Augenmerk hervorgerufen haben:

Ein Blick auf den Titel des downloadbaren pdf-Prospekts [HSV_Wertpapierprospekt_Sechsteinreichung_20190128.pdf] legt nahe, dass man sich mit der (ordnungsgemäßen) Erstellung nicht so leicht getan zu haben scheint. Immerhin hat es seitens der BaFin offensichtlich fünf Beanstandungen gegeben, die eine ‚Sechsteinreichung‘ notwendig machten.

Vorschriftsmäßig werden in Abschnitt 1 des letztlich gebilligten Prospekts sämtliche Fakten kurz zusammengefasst, auch die Risiken, auf die dann im Abschnitt 2: Risikofaktoren noch einmal genauer eingegangen wird.

Unter „Ereignisse aus der jüngsten Zeit der Geschäftstätigkeit“ erfahren wir zunächst mal etwas durchaus Positives. Es hat nämlich Geld für den HSV gegeben:

Die Emittentin erhält im Zuge gewisser Transfers von Spielern ihrer Fußball-Lizenzspielermannschaft nachträgliche und nicht planbare Sonderzahlungen, die meist an die sportlichen Erfolge des Spielers selber oder der Mannschaft vom jeweiligen aufnehmenden Fußballverein gekoppelt sind. Auf Basis dieser Vereinbarungen sind dem HSV im aktuellen Geschäftsjahr bisher Einnahmen in Höhe von TEUR 800 zugeflossen. [Prospekt S. 7f]

Interessant ist auch, was unter „Risiken aus juristischen Verfahren“ in Abschnitt 1 zu lesen ist, nämlich das bei der FIFA ein Verfahren anhängig ist, bei dem der HSV als Kläger auftritt.

Die Emittentin ist Klägerin in einem Gerichts- bzw. Schiedsgerichtsverfahren bei der FIFA, in dem nennenswerte Forderungen geltend gemacht werden. Ein abweisendes Urteil und/oder der Abschluss eines Vergleichs unter Verzicht auf eine, jedenfalls anteilige, Zahlungspflicht könnte die finanzielle Situation der Emittentin nachhaltig belasten. Ebenso könnte die Emittentin von einem ihrer Darlehensgeber gerichtlich auf Rückzahlung eines Darlehens in Anspruch genommen werden. Eine Verurteilung und/oder der Abschluss eines Vergleichs unter Übernahme einer, jedenfalls anteiligen, Zahlungspflicht könnten die finanzielle Situation der Emittentin nachhaltig belasten. [Prospekt S. 14]

Worum es hierbei genau geht, wird aus dem Prospekt nicht ersichtlich. Es dürfte allerdings um nicht gezahlte Ablösesummen gehen und es liegt nahe, dass es sich dabei um einen von Klaus-Michael Kühne finanzierten Spieler handelt. Es könnte also Geld geben. Falls ja, dürfte jemand die Hand aufhalten. Falls nein oder nur teilweise, könnte jemand die Hand aufhalten, weil Ansprüche bestehen.

Zu Klaus-Michael Kühne und den Abhängigkeiten des HSV kommen wir gleich noch ausführlicher. Zunächst noch ein kurzer Blick auf eine weitere Konstellation, die die Einnahmesituation beeinflußt und verhindert, dass der HSV eigenständiger agieren kann. Die Rede ist von der Abhängigkeit von Lagardère Sports, die

Abhängigkeit in der Vermarktung

Während der Konkurrent aus dem Stadtteil alles daran gesetzt hat sich wieder eigenständig zu vermarkten, Mitte des Jahres mit neuem, eigenen Personal damit beginnen wird und sich davon deutliche Zuwächse verspricht, steht diese Möglichkeit dem Hamburger SV auf lange Sicht nicht offen.

Die Emittentin und die Vermarktungsagentur Lagardère Sports Germany GmbH haben einen langfristigen Agenturvertrag über die Vermarktung der Rechte der Emittentin abgeschlossen, aufgrund dessen die Lagardère Sports Germany GmbH als exklusiver Vermarktungspartner Verträge mit Dritten gegen eine prozentuale Beteiligung an den Vermarktungserlösen vermittelt. Der wirtschaftliche Erfolg der Emittentin ist somit während der Laufzeit des Agenturvertrags auch vom Vermarktungserfolg der Lagardère Sports Germany GmbH abhängig. [Prospekt S. 12]

Der HSV zahlt also nicht nur Provision an Lagardère, ihm sind letztlich auch die Hände zur Eigenvermarktung auf lange Sicht gebunden. Signing Fees sind bereits kassiert und wohl auch längst verbraten und: darüberhinaus gibt es auch noch einen Besserungsschein

Darüber hinaus wurde dem Vermarkter, der Lagardère Sports Germany GmbH, ein Besserungsschein in Höhe von TEUR 3.300 gewährt. Dieser Besserungsschein bezieht sich auf mögliche Prämienzahlungen, die bis zum Ende der aktuellen Vertragslaufzeit der Dienstleistungsvereinbarung mit der Lagardère Sports Germany GmbH (aktuell der 30. Juni 2026) von der Erreichung bestimmter Runden in der UEFA Champions League abhängig sind. Dieser Anspruch ist pro Saison auf einen Maximalbetrag in Höhe von TEUR 1.100 beschränkt. [Prospekt S. 21]

Okay, Erreichen der Champions League klingt jetzt auch erstmal mehr als utopisch. Da darf man davon ausgehen, dass diese Beträge nicht fällig werden. Beruhigend ist das natürlich trotzdem nicht, auch wenn sich aus diesem Risiko keine unmittelbare Insolvenzgefahr ableiten läßt.

Aber gut, nun sind wir schon mal bei den Besserungsscheinen, den Risiken beim Eintritt bedingter Besserungsabreden und damit zwangsläufig bei der Personalie Klaus-Michael Kühne gelandet. Auch hier zunächst der Wortlaut aus dem Prospekt:

Im Rahmen eines Darlehensvertrages zwischen der Emittentin und Herrn Klaus-Michael Kühne, der über die Kühne Holding AG mittelbar mit 20,6 % am Aktienkapital und den Stimmrechten der Emittentin beteiligt ist, wurde Herrn Kühne ein Besserungsschein in Höhe von TEUR 33.535 zuzüglich Zinsen gewährt. Dieser Besserungsschein lebt in Teilbeträgen in Höhe von TEUR 12.828 zuzüglich Zinsen wieder auf, sollte der HSV in der Saison 2018/19 oder den darauffolgenden drei Spielzeiten sich mit Abschluss einer Saison für die Gruppenphase der UEFA Champions League oder der UEFA Europa League qualifizieren. Zusätzlich erhält Herr Kühne für den Fall, dass sich der HSV nicht für die Gruppenphase der UEFA Champions League oder der UEFA Europa League qualifiziert, für jede Saison bis einschließlich der Saison 2021/22 Prämien, die in Abhängigkeit von der Platzierung des HSV in der Bundesliga (Tabellenplatz 10 oder besser) stehen. Darüber hinaus wurde Herrn Kühne im Rahmen eines weiteren Darlehensvertrages ein weiterer Besserungsschein in Höhe von TEUR 12.500 gewährt. Dieser Besserungsschein lebt in Teilbeträgen wieder auf, sollte der HSV in der Saison 2018/19 vertraglich definierte Transferüberschüsse erzielen. Dieser Anspruch ist begrenzt auf den Betrag, um den die aufgrund eines Tabellenplatzes in der Bundesliga in der Saison 2018/19 für die Saison 2019/20 zugesicherten TV-Gelder den Betrag in Höhe von TEUR 35.000 übersteigen. [Prospekt S. 21]

Besserungsscheine in Höhe von gut 45 Millionen zuzüglich Zinsen über deren Höhe keinerlei Angaben gemacht wurden. Aber auch hier gilt eben – zumindest im Hinblick auf eine Insolvenz – bange machen gilt nicht. Die Forderungen leben zum einen bei Eintritt der Bedingungen lediglich in Teilbeträgen auf, zum anderen erscheint der Eintritt der Bedingungen nicht sehr wahrscheinlich. Europa ist in der Saison 2018/19 eh kein Thema, da geht es um die Rückkehr ins Oberhaus. Für 2019/20 wäre eine Qualifikation nur über den DFB Pokal möglich. In dem Wettbewerb ist der HSV zwar noch vertreten, aber niemand rechnet doch wohl ernsthaft damit, dass die Rothosen diesen Wettbewerb gewinnen könnten. Dass der HSV im Falle eines Aufstiegs, mit dem Kader in der ersten Liga bis nach Europa durchmarschiert ist ebenfalls nicht zu erwarten. Puh, Glück gehabt. Doch halt, es werden unter Umständen ja auch noch Zahlungen fällig, wenn der HSV einen besseren Tabellenplatz als den 10. in der 1. Bundesliga bewegen sollte. Schaffen die eh nicht! MAg sein. Das Problem ist aber vielmehr, dass sie es nicht schaffen dürfen. Ich vernachlässige an dieser Stelle mal den Besserungsschein über die 12 Mio, denn bereits jetzt ist klar, dass die Fernsehgelder für die Saison 2019/20 die 35 Millionenmarke nicht übersteigen werden.

Wie gesagt, es geht mir nicht darum eine Insolvenz herbeizureden. Es geht darum noch einmal deutlich zu machen, dass der HSV neben den bereits ausgewiesenen Verlusten von 66 Millionen Euro in den letzten Jahren zudem mal eben locker weitere knapp 50 Millionen komplett verbrannt hat. Und es geht darum noch einmal aufzuzeigen, dass der HSV sich in Abhängigkeiten begeben hat, die ihn in ein Dilemma geführt haben. Sportlicher Mißerfolg stellt sicher, dass die Besserungsscheine nicht wieder aufleben können. Sportlicher Erfolg in einem Maße, dass dem HSV maßgeblich helfende Gelder zuflössen, rufen zunächst die Gläubiger auf den Plan. Losgelöst von der Tatsache, dass es keine Interessenten und strategischen Partner gibt, reichten die noch verbleibenden Anteile nicht aus um den HSV finanziell zu sanieren. Auch das Stadion ist bereits bis unter das Dach beliehen und kann eben nicht mal eben für 80 Mio veräußert werden, wie es gerne suggeriert wird.

Im Prospekt wird das wiefolgt umschrieben:

[…]könnte die Emittentin gezwungen sein, zusätzliche Fremdmittel in Anspruch zu nehmen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen und etwaige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Dabei wäre sie zum einen von der Gewährung von Kreditlinien und zum anderen von den Zinssätzen und deren Entwicklung abhängig. Erschwert würde eine erneute Aufnahme von Fremdkapital dadurch, dass ein erheblicher Teil des Vermögens der Emittentin bereits als Sicherheiten zur Verfügung gestellt worden ist. [Prospekt S. 21]

Im Klartext bedeutet das, der HSV bekommt kein Geld mehr (zumindest keine ausreichende Summe), weil er keine ausreichenden Sicherheiten mehr vorhanden sind. Nichts geht ohne Klaus-Michael Kühne, der inzwischen überall mit im Boot sitzt, zumindest zunächst nicht bis zum Ende der Saison 2012/22, was dann auch erklärt, warum Bernd Hoffmann anstrebte bis 2022 ein normaler Verein werden zu wollen und dann angreifen möchte. Bis dahin geht es ums nackte Überleben. Man wird sich irgendwie durchlawieren müssen, hoffen dass der Aufstieg gelingt, hoffen, dass man mit einem billig Kader die Klasse halten kann, hoffen, dass dieser Kader möglichst nicht plötzlich einen sportlichen Lauf bekommt und besser als Platz 10 abschneidet. Und dann?

Auf absehbare Zeit lässt sich die Abhängigkeit der Einnahmesituation vom sportlichen Erfolg durch die Erschließung alternativer Geschäftsfelder nicht reduzieren [Prospekt S. 19]

Hoffen auf Kühne??? Hoffen darauf, dass der Mann, der weitere Anteile anstrebt noch einmal gibt? Für den Stadionnamen? Für neue Transfers? Dass er bei Eintritt der einen oder anderen Bedingung selbstlos verzichtet?

Der HSV wird in diesem Dschungel eine Punktlandung hinlegen müssen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit genauso hoch einzuschätzen ist, wie der kumulative Eintritt der Bedingungen aus den Besserungsabreden.

Der HSV verbleibt bis auf Weiteres im Schwitzkasten des Gönners. Zu Risiken und Nebenwirkungen…

P.S. Es gibt in dem Prospekt natürlich auch noch eine ganze Reihe interessanter Infos, z.B. was alleine die Campus Infrastruktur so kostet, also die Steine, nicht die Beine. Schlappe 8 Millionen!

[…]Miet- und Leasingverträge, die sich im Wesentlichen aus der Sicherstellung der langfristigen Nutzung der Infrastruktur am Volksparkstadion als Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum (TEUR 7.874) […] [Prospekt S. 20]

Es lohnt sich, in dem Prospekt einmal ausgiebig zu stöbern und komme mir niemand damit, das hätte mit der Realität an der Sylvesterallee nichts zu tun.

4 Kommentare

  1. Mick

    Dascha direkt investigativ! Klasse! Danke für die Mühe. Ein Lichtlein nach dem anderen geht auf. – Ob die Mannschaft da heute was durcheinander gekriegt hat? Jungs, es ist die erste Bundesliga, in der ihr möglichst nicht Platz 10 erreichen solltet! Heute habe ich mich, was lange nicht vorkam, über den Schiedsrichter geärgert.

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    1. WORTSPIELERWORTSPIELER

      Heute habe ich mich, was lange nicht vorkam, über den Schiedsrichter geärgert.

      das war am mittwoch gegen sandhausen beim abseitstreffer (1:0) sicher auch schon so…

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  2. WORTSPIELERWORTSPIELER

    danke für die zusammenfassung und einordnung. besonders hellhörig sollte man vor allem bei diesem satz werden:

    Beim HSV verweist man ausdrücklich darauf, dass die Erwähnung der Risiken vorgeschrieben sei, man selber diese aber nicht als akut drohende oder wahrscheinliche Szenarien ansieht.

    ansonsten bin ich ein wenig verwundert, ob des (medialen) aufschreis beim thema besserungsscheine & co., wo doch die einzelnen probleme und abhängigkeiten schon lange bekannt waren/sind, nun zwar erstmals vom HSV selbst so detailliert veröffentlicht wurden, aber eben mindestens offene geheimnisse waren.

    p.s. was die zinsbelastung bei den KMK-darlehen angeht, habe ich 4% im hinterkopf respektive in erinnerung, die sich KMK zumindest bei seinem ersten diesbezüglichen invest (20mio) hat vertraglich zusichern lassen. ich gehe nicht davon aus, dass es später geringere zinsen wurden.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Natürlich sind die Dinge alle nicht wirklich neu, nur eben zum ersten Mal in geballter und offizieller Form vom HSV so publik gemacht. Letztlich auch nur, weil man musste und nicht anders konnte.
      Dabei ist es logisch, dass man die Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmter Risiken herunterspielt und negiert.
      Und damit ist für viele Fans die Welt dann wieder in Ordnung.

      Bezüglich der Zinsen hatte ich auch 4% in Erinnerung. Letztlich war das aber nicht relevant. Es ändert nicht viel ob es 3 oder 6% sind, jedenfalls nichts an den Abhängigkeiten.

      Der HSV wird mindestens eine Dekade brauchen um sich frei zu machen und sich zu entschulden. Wenn kluge Entscheidungen getroffen werden. Man schaue, wie lange es beim – ja, inzwischen kann man das sagen – Konkurrenten vom Kiez gedauert hat.

      Die HSV Führung gibt sich momentan bei der Formulierung der Ziele ja realistisch. Viele Fans ebenfalls und doch glaube ich, dass sich die Erkenntnis noch lange nicht gesetzt hat. Wirklich organisch verinnerlicht wurde das Ganze noch nicht. Der Kopf sagt ja, der Bauch führt noch sein Eigenleben. Mein Bauch will einen HSV in Liga 1. Für Liga 2 hat Hamburg bereits einen geilen.

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